top of page

Kletterhauptstadt Delhi

Auch in Indien kommen wir zum Klettern, was aber gar nicht so leicht ist. Indien ist zwar so groß wie ein eigener Kontinent, aber das Klettern ist ein extrem kleiner Nischensport. Das liegt auch daran, dass unverbaute Natur sehr rar ist. Es gibt in ganz Indien nur eine Handvoll Sportklettergebiete. Im Süden bei Hampi gibt es Sportkletterrouten und auch die ein oder andere Mehrseillänge, ebenso bei Mumbai. Ansonsten gibt es weiter nördlich das ein oder andere Bouldergebiet. Rund um Delhi befinden sich einige kleinere Kletterstandorte und südlich der Metropole das größte Trad-Kletter Gebiet von Indien.


Weil wir wegen unserer Motorreparatur fast drei Wochen in Delhi wohnen, und es hier zum ersten Mal seit langer Zeit und vielen Ländern wieder eine Seilkletterhalle gibt, verbringen wir dort den ein oder anderen Tag. Wir nutzen auch den Umstand aus, dass bei dem Eintritt zur Halle auch eine warme Dusche inkludiert ist. Die Halle bietet viele Kletterautomaten und Topropestationen.

 
 

Im Außenbereich gibt es die Möglichkeit für ca. 6 Leadkletterrouten und einer Linie mit vielen Griffen zur eigenen Routenerstellung. Die Kletterhalle nennt sich zwar "Climb Central Delhi", mit der Metro fährt man trotzdem eine gute Stunde außerhalb, um sie zu erreichen. Delhi ist eben riesig.


Am Stadtrand von Delhi befindet sich die Klettercommunity „The Crashpad Mangar“. Das ist eine Community aus einigen motivierten jungen Leuten, welche auf einer Art Farm zusammenleben und auch Festivals veranstalten. Wir verbringen nach erfolgreicher Motorreparatur einige Tage in dieser schönen Gegend und werden durch Zufall Teil einer Trad-Kletter Competition. Ziel ist es, im ganzen Gebiet bis zu 10 Trad-Rouen zu klettern und wer zuerst mit den meisten Routen bei der Community ankommt, gewinnt. Tatsächlich ist es nicht so einfach, diese Routen überhaupt zu finden. Das Gebiet ist ziemlich weit gestreckt und die Zeichnung und Routenbeschreibungen fehlerhaft und grob. Viele der Wettkampfrouten wurden schon Jahre nicht mehr geklettert und manche existieren wegen zu viel Gestrüpp und Dornen nicht mehr. Ohne die anderen Wettkampfteilnehmer*innen hätten wir wahrscheinlich maximal 2 der Routen überhaupt gefunden.

 
 

Die Routen sind wenig lohnend, da diese meistens sehr kurz und über eine große Fläche verteilt sind. Eine nette Erfahrung für einen Tag Tradklettern. Zum Glück ging es den anderen ähnlich. So bleibt der Spaß am Klettern ohne Wettkampfgedanken wenigstens erhalten. Wir klettern über den Tag verteilt trotzdem einige Trad Routen auf kompaktem Fels. Ihr ahnt es schon, bei dem Wettkampf sind wir leer ausgegangen, haben aber einen Einblick in die indische Klettercommunity erhalten und durften mit den anderen ihre Preise feiern.

Die nächsten Tage testen wir drei geboltete Sportklettergebiete, welche sich nur 15-20 Gehminuten vom Camp weg befinden. Die Routen bieten hervorragende senkrechte Wandklettereien und einige Crack Linien im Schwierigkeitsgrad 5a bis 7c.

 
 

In den Wänden treffen wir immer wieder Leute aus dem Camp, welche uns die Schwierigkeitsgrade der Routen sagen, denn die gebolteten Routen sind sehr neu und nicht im Kletterführer enthalten.

 
René begutachtet die Trad-Kletterwände
René begutachtet die Tradrouten
 

0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Armenische Canyons

Comments


bottom of page